Elternzeit und Selbstständigkeit

Elternzeit am Strand

Da bei mir die Geburt meines ersten Kindes in das gleiche Jahr viel wie der Start meiner Selbstständigkeit, hat es sich angeboten, sich das Modell der Elternzeit näher anzusehen. Wie hier schon kurz angedeutet, wie sinnvoll das Ausnutzen der Elternzeit sein kann.

Was ist die Elternzeit?

Elternzeit können alle Eltern nehmen, deren Kind im gleichen Haushalt wohnt. Es sind drei Jahre pro Kind. Bis zum dritten Lebensjahr kann man die Elternzeit beim Arbeitgeber einreichen und braucht keine Einwilligung (wenn er mehr als 15 Mitarbeiter hat). Ab dem dritten Lebensjahr bis zum 8. Lebensjahr muss der AG zustimmen.

Pro Elternteil und Kind gibt es drei Jahre, in denen man komplett zuhause bleiben oder Teilzeit anmelden kann.

Es ist auch möglich die drei Jahre zu splitten, wenn man sie aber auf mehr als drei Teile aufteilt muss man auch den AG fragen.

Die Elternzeit sollte nicht mit dem Elterngeld verwechselt werden. Das Thema Elterngeld ist nochmal ein komplett anderes Thema und es ist auch nicht so leicht durchzusteigen. Zusätzlich gibt es noch das Thema Partnerschaftsbonus-Monate. Hier erhalten  die Partner nochmal zusätzlich Geld wenn beide nach der Elternzeit wieder in Teilzeit arbeiten gehen.

Praxisbeispiel

Erstes Kind

Susanne und Tobias sind verheiratet und bekommen im November 2016 ein Kind und verdienen beide ein ähnliches Einkommen.. Tobias hat seit 2015 ein Einzelunternehmen angemeldet und ist nebenberuflich selbstständig.

Da sie sich schon früh wegen zukünftiger Förderungen informiert haben, haben sie die Steuerklassen gewechselt. Denn das Elterngeld errechnet sich anhand des Nettoeinkommens aus der letzten 12 Monaten vor der Geburt. Für Susanne ist es also am besten, wenn Sie in Steuerklasse 3 wechselt und Tobias geht in die 5. Dadurch bekommt Susanne mehr Netto-Gehalt und damit auch mehr Elterngeld in den 12 Monaten nach der Geburt.

Da Tobias bereits selbstständig zählen nicht die 12 Monate vor der Geburt, sondern das Kalenderjahr vor der Geburt, also 2015. Falls er noch kein Einzelunternehmen angemeldet hätte, könnte er das auch noch in den 12 Monaten vor der Geburt machen und würde auch das Kalenderjahr 2015 angerechnet bekommen.

In den Lebensmonaten 13-16 haben Susanne und Tobias die Partnerschaftsbonus-Monate beantragt, da Susanne sowieso wieder arbeiten gehen wollte und sie für Ihr Kind einen Krippenplatz bekommen haben ist das auch kein Problem. Susanne arbeitet für ihren AG 21 Stunden und ist bei Tobias auf 450€-Basis für 5h/Woche angestellt.

Tobias arbeitet auch 21 Wochenstunden für seinen AG und 5 Stunden an seiner Selbstständigkeit.

Zweites Kind

Das erste Kind bekommt in dem zweiten Lebensjahr Dezember 2018 noch ein Geschwisterchen. Um wieder möglichst viel Elterngeld zu bekommen, meldet Susanne 12 Monate vor der Geburt ein Einzelunternehmen an. Das heißt, es werden für das Elterngeld nicht die 12 Monate vor der Geburt des zweiten Kindes sondern das Kalenderjahr vor der Geburt herangezogen. Und weil Sie in diesem Jahr noch Elterngeld erhalten hat, wird noch ein Jahr vorher herangezogen. Dadurch erhält sie das Elterngeld berechnet nach Ihrem Einkommen aus dem Jahr 2015. Da war sie noch Vollzeit angestellt und bekommt damit wesentlich mehr Elterngeld als sie aus 2018 bekommen würde, als sie in Teilzeit gearbeitet hat.

Hier nochmal die Zusammenfassung:

  1. März 2016: Schwangerschaftstest positiv
    1. Susanne wechselt in Steuerklasse 3, Tobias in Steuerklasse 5
    2. Tobias meldet ein Einzelgewerbe an und stellt min. eine Rechnung vor der Geburt aus
  2. November 2016: Kind 1 wird geboren
    1. Susanne bekommt Elterngeld berechnet aus den 12 Monaten vor der Geburt
    2. Tobias nimmt Elterngeld Plus und arbeitet Teilzeit in den nächsten zwei Jahren, dank der Elternzeit
    3. Tobias wechselt in Steuerklasse 3, Susanne in Klasse 5
  3. Januar 2018: Kind 1 geht in die Krippe
    1. Susanne und Tobias nehmen von Januar bis April Partnerchaftsbonus-Monate und arbeiten je 26 Wochenstunden
    2. Susanne arbeitet 5 Stunden für das Unternehmen von Tobias
    3. Das Unternehmen von Tobias zahl die Krippenkosten für Kind 1 => Steuerfrei
    4. Tobias uns Susanne wechseln in die Steuerklassen 4
  4. Marz 2018: Schwangerschaftstest positiv
    1. Susanne meldet Einzelgewerbe an und stellt min. eine Rechnung vor der Geburt aus
    2. Tobias will ab der Geburt komplett zuhause bleiben und meldet das bei seinem Arbeitgeber an.
  5. Dezember 2018
    1. Susanne bekommt Elterngeld, bezogen auf das Kalenderjahr 2015 als sie noch Vollzeit gearbeitet hat.
    2. Tobias nimmt wieder Elterngeld Plus

So ich hoffe das war nicht mega verwirrend, bei Fragen kannst du gerne einen Kommentar hinterlassen. Oder schau mal bei meiner Blogger-Kollegin vorbei.

 

 

 

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